Dieses Thema enthält 3 Antworten und 3 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  streuner vor 2 Monate, 2 Wochen.

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    streuner
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    Tach

    Da das Forum so schön wiedererstanden ist, möchte ich auch mal wieder etwas schreiben. Also nicht schreiben, nur übersetzen. Ich habe letztens in Het Parool (NL Tageszeitung) ein, wie ich finde, interessantes, längeres Interview mit Ben Dronkers gefunden. Ben Dronkers? Das ist der Gründer von SensiSeeds, somit sollte jeder wissen wer das ist. Ich habe ihn eigentlich für ein, sry Mr. Dronkers, Arschloch gehalten aber…. Naja, lest selber so ihr mögt aber ich habe das in zwei Abschnitte geteilt. Einen den ich schon übersetzt habe und den, den ich noch nicht übersetzt habe. Das ist übrigens der Größere Teil J

    Ben Dronkers im Interview

    Roelf Jan Duin 18 augustus 2018, 11:00 Het Parool

     

    Hanf ist die Pflanze, die die Menschheit retten wird.

    Als Straßenjunge entdeckte Ben Dronkers (69) Cannabis. Er züchtete als einer der ersten Nederwiet und schuf ein Hanfimperium. Die Pflanze hat mir so viel gebracht, sagt er.

    Das ist die Erzählung über eine Pflanze. Oder auch, OK, eine Story über einen Mann und eine Pflanze. Sein ganzes Leben wurde von Cannabis Sativa Hollandica oder auch Nederwiet geprägt. Und natürlich von 499 anderen Sorten der schönsten, größten, stärksten und nützlichsten Pflanze auf Erden.

    Dronkers war 17 als er auf der Maasbrücke in Rotterdam seinen ersten Joint rauchte. Etwas mehr als ein halbes Jahrhundert später ist er Eigentümer einer Firma, die man ohne Übertreibung ein Imperium nennen kann. Dronkers hat die größte Cannabis Seedbank der Welt, ca.3500 ha Hanffelder in Groningen und Rumänien, gründete die Marihuana Museen in Amsterdam und Barcelona und eröffnete mehrere Coffeeshops, seinen ersten in Rotterdam. Also, ja, ein Hanfimperium. Sicher ist er dabei reich geworden, darum ging es Dronkers aber, nach seiner Aussage nicht. Mir war die Pflanze immer wichtiger als mein Bankkonto. Hanf ist das Gewächs, welches die Menschheit retten wird, daran besteht absolut kein Zweifel.

    Heuchelei

    Wenn es um die beliebte Pflanze geht, ist bei Dronkers sowieso wenig Raum für Zweifel. Er ist nicht religiös aber über Gras spricht er im Terminus der absoluten Wahrheit. „ Das einzig schlechte am Cannabis Verbot ist das Verbot“ oder „Gegner des Cannabisanbaus sind entweder Korrupt oder schrecklich Dumm“ sagt er. Er deutet auf mein Notizbuch welches auf dem Tisch liegt und sagt nachdrücklich: Schreib auf, Korrupt oder schrecklich Dumm, aber höchstwahrscheinlich sogar beides. Dronkers ärgert sich schwarz über die Heuchelei und das dumme Gerede rund um Hanf. Über Politiker die sich weigern zuzugeben das Hanf einen medizinischen Nutzen hat, obwohl es genug wissenschaftliche Belege gibt. Oder Journalisten die seine Hanf Museen nicht ernst nehmen und Unsinn über Haschisch und Gras verbreiten und sowieso über Menschen die ihn als Kriminellen bezeichnen. Er selber nennt sich Aktivist und Idealist.

    Dronkers hat es hautnah miterlebt, wie die Niederlande ihre Vorreiterrolle verloren haben. Während immer mehr Staaten Cannabis legalisieren, wird  es in NL immer strenger gehandhabt. Aber letztlich werde ich es auch hier erleben. Schaut nach Uruguay, nach Kanada oder Portugal. Oder in die USA wo stets mehr Staaten legalisieren. Und die Niederlande zuckeln hinterher. Nehmen wir doch nur diesen probeweisen Gemeindeanbau, wo 15 Gemeinden unter strengen Bedingungen Gras anbauen dürfen. Das ist Lächerlich. Über vier Jahre wird da ausgewertet. Das ist nichts anderes als eine durchsichtige Verzögerungstaktik, die ihnen die Grundlage bietet wieder endlos zu diskutieren ohne das etwas geschieht.

    Er weist auf die soeben geschlossene Klimavereinbarung hin. „Wir wollen, das jeder sein Haus isoliert. Prima. Aber doch nicht unter Verwendung von Glaswolle –das neue Asbest- oder mit Styropor. Das ist total umweltschädlich und diese Materialien sind nicht recycelbar. Meine Firma stellt Isolationsmaterial aus Hanf her; das isoliert gut, ist lange haltbar und feuchtigkeitsregulierend. Dadurch ist es teurer aber wir bekommen auch keine Subventionen für unser Produkt.

     

    Das eigentliche Interview:

    Dronkers sitzt in seinem Lieblingssessel. Er empfängt mich im „Hempstory“, einem sehr schön eingerichtetem Laden auf dem Oudezijds Achterburgwal in Amsterdam. Dort werden „gesunde, Ökofreundliche und Fair Trade Hanf Produkte“ angeboten. Hanföl, Hanfseife, Hanftee, Hanfbekleidung- es könnte ebenso ein Geschäft vom „Body Shop“ sein. Hier läuft kein Bob Marley sondern Spherische Loungemusik und junge Mädchen stehen hinter dem Tresen und bedienen. Natürlich darf man hier nicht blowen, aber Dronkers macht für sich selber gerne eine Ausnahme.

    Frage: Wirst du nicht träge von all dem Gekiffe?

    Dronkers: Trinkst du ab und zu mal einen Wein?

    Sicher

    Und? Hast du schon ein Problem mit der Leber?

    Nicht das ich wüsste

    Deine Trinkerei ist sicherlich schlechter als meine Kifferei. Alkohol macht süchtig und ungesund, Mariuhana ist Gesund. Grasrauchen hat mich bereichert, während du durch den Alkohol nur kranker geworden bist.

    Ich habe früher auch ordentlich gekifft 

    Und warum hast du aufgehört?

    Es hat mich träge gemacht

    Du notierst dir das doch, also das du gekifft hast? Du kannst dich natürlich fragen, ob deine Trägheit durchs kiffen kam oder durch andere Faktoren. Das ist eine Huhn-Ei Frage. Was war zuerst. Sind Menschen die den ganzen Tag im Coffeeshop rumhängen arbeitslos weil sie Kiffen oder hängen sie da rum weil sie arbeitslos sind? Das ist ähnlich wie die unsinnige Einstiegstheorie die ja sagt das die Sucht nach harten Drogen  mit dem Kiffen beginnt und das Kiffen eben darum gefährlich und schlecht ist. Ja Klar und jeder Fixer hat mal Muttermilch getrunken aber das bedeutet doch nicht dass der Genuss von Muttermilch automatisch zum Spritzen von Heroin führt. Ich denke es wird etwa eine Million Kiffer in den Niederlanden geben: Wo bitte sind denn dann die ganzen Heroinsüchtigen?Wie kamst du mit Cannabis in Berührung?

    Wie das gewöhnlich so ist, durch Freunde. Es war in den 1960ern, die Scene entstand grade. Ich wohnte in Rotterdam-Süd und arbeitete ab meinem 15ten Lebensjahr als Bootsmannsjunge. Ich war ein echter Rotterdamer Straßenjunge (Ketelbinkie).

    Hat es dich sofort gepackt?

    Nein, die ersten Male spürte ich gar nicht viel davon, aber etwas später begann ich es gut zu finden. Ab da nahm ich mir dann öfter die Zeit um mit dem Zug nach Amsterdam ins Paradiso zu fahren um dort etwas Hasch zu kaufen. Ein Stückchen für 20-30 Gulden etwa. Davon habe ich dann die Hälfte in Rotterdam verkauft und die andere Hälfte selber geraucht. Zu der Zeit gab es das Popfestival in Kralingen, da war ich auch um etwas zu dealen.

    War das erlaubt? 

    Die Polizei hat das nicht interessiert. Und so begann mich ins das Thema Cannabis einzuarbeiten. Ich wußte das es unschädlich ist. Andere Jungs nahmen Heroin oder Kokain aber ich rauchte weiter entspannt mein Tütchen. Es macht mich wach und Kreativ. 

    Das war zur Hochzeit der FlowerPower Bewegung und zur Zeit des Hippietrails nach Indien 

    Ich reiste auch viel. Ich hatte mit meiner damaligen Frau eine kleine Boutique in Rotterdam. Gemeinsam mit unseren jungen Kindern- ich wurde bereits mit 17 Vater- fuhren wir in die Türkei, Afghanistan und Pakistan um Stoffe, Saris und Lederjacken zu kaufen. Ich ging tagsüber in die Hügel um den Haschischbauern zu zusehen. Von einem dieser Männer habe ich damals eine Handvoll Samen gekauft und zuhause habe ich dann mit einem Freund zusammen ans Werk gegangen. In einer Dachkammer haben wir uns ein kleines Zelt gebaut, eine Art Tipi mit 4 Neonröhren drin. Jeden Abend schauten wir nach unseren Pflänzchen und zu unserer eigenen Überraschung wurde sogar recht gutes Gras daraus. Das war ja 1974 und bis dahin hatte noch niemand etwas von „Nederwiet“ gehört. Es gab Leute wie Robert Jasper Grootveld, aber der baute Faserhanf an. Das war aus Vogelfutter, davon konntest du rauchen soviel du wolltest. Aber High wurdest du nicht davon.

    Was habt ihr mit dem Gras gemacht?

    Das haben wir an Coffeeshops in Amsterdam verkauft. An das Prix D,Ami und the happy Family zum Beispiel. Sie nannten das Zeug „Spinat“, weil sie das so verrückt von der Optik her fanden. Aber in nullkommanix war das verkauft und sie wollten Nachschub. Das war der Moment wo ich begriff, daß Cannabissamen wertvoll sind.

    #4718

    JackJuicyFruit
    Keymaster
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    Danke für deine Mühen Streuner 🙂 Super hier mal ein wenig was aus dem fernen Ausland zu erfahren 😉

    Ben Dronkers kennt man ja eigentlich wenn man sich ein wenig mit der Materie befasst, aber auch mal interessant so ein Interview mit ihm zu lesen. Nehme gerne mehr von solchen Beiträgen, man ist ja doch öfter mal außerhalb der deutschen Grenze unterwegs (auch wenn das Handy einen immer wieder zurückpfeifen will 😛 ), da schadet es nicht den Blick auch mal auf so etwas zu haben.

    #4729

    root
    Keymaster
      • Offline

    habe ich mit sehr viel aufmerksamkeit und spaß gelesen. Auch das du teiles Niederländische wörter mit erklärung dringelassen hast gefällt mir richtig gut. Vielen dank Streuner, das ist wirklich viel Arbeit. Ich freue mich schon auf deine weiteren Beiträge

     

    root

    #4731

    streuner
    Teilnehmer
      • Offline

    Teil Zwei des Interviews.

     

    In der Zwischenzeit hatte ich den ersten “Coffeeshop” in Rotterdam eröffnet. Sensi Smile. Was in Amsterdam möglich war, mußte doch auch in Rotterdam gehen dachte ich. Doch ich wurde ständig festgenommen.

    Wie lange hast du dann gesessen?
    Manchmal ein paar Stunden, aber manchmal auch ein paar Tage oder eine Woche. Aber sobald ich draußen war, habe ich sofort wieder aufgemacht.
    Ein Katz und Mausspielchen mit der Obrigkeit?

    Nein, das war kein Spielchen. Das schlimmste was einem Menschen passieren kann ist es im Gefängnis zu sein. Leute die das anders sehen, fühlen sich wohl im Gefängnis  zu Hause. Nein, ich tat das nur aus Idealismus und weil ich wußte das ich Recht habe.

    Dronkers steckt sich seinen Joint noch einmal an. „Willst du noch etwas trinken? Einen von diesen wirklich leckeren Hanfproteinshakes? Und vielleicht einen Blick ins Museum werfen? Das ist so schön geworden, Du mußt wirklich eben mal schauen. In den 30 Jahren in denen wir hier sind, hat soviel ich weiß, noch nicht ein Journalist das Museum besucht. Und das bei 100000 Besuchern im Jahr und keinerlei Subventionen.

    Wieso findest du es so belangreich, daß Menschen intensiv über Hanf informiert werden?

    Hanf ist so wichtig für unsere Geschichte gewesen. Die Schiffe mit denen die Niederländer damals die Weltmeere beherrschten waren zum großen Teil aus Hanf. Die Kleidung, der Schiffszwieback der gegessen wurde, das Öl in den Lampen und die Segel. Die Taue die sie verwendeten waren aus Hanf. Unser „Goldenes Zeitalter“ wäre ohne Hanf nicht möglich gewesen. Die Geschichte dieser Pflanze ist wahnsinnig interessant. Wußtest du, daß Henry Ford schon 1927 Hanffasern in seinen Autos verbaute? Und heute liefert meine Firma „HempFlax“ Fasermatten aus Hanf an Mercedes, BMW und Bentley. Die verwenden diese dann unter anderem als Türverkleidungen oder Armaturenbretter. Hanf ist ja nicht nur nachhaltig, sondern auch sicherer als Kunststoff.

    HempFlax produziert industriellen Hanf-Was ist das genau?

    Das ist nicht die Sorte Hanf von der man „High“ wird, sondern ein Faserhanf der zu allerlei verwendet werden kann: Isoliermaterial, Möbel, Kleidung, Papier, als absorbierende Einstreu für Stallungen. Faserhanf ist sogar ein Superfood: Die Samen sind voll von Omega Fettsäuren, Antioxidantien, Eisen, Eiweiße, und Ballaststoffen. Eigentlich kannst du alles aus Hanf machen; du notierst das doch alles? In Oude Pekela, Groningen und Rumänien haben wir zusammen jetzt 2600 Hektar voller Hanf, das ist eine gigantische Größe.

    Und lukrativ will ich doch hoffen.

    Seit ich 1993 angefangen habe, habe ich viele Millionen Euro damit verloren.

    Wie bitte?

    Ja, alle haben gegen uns gearbeitet. Zum Glück machen wir aber in den letzten Jahren Gewinn.

    Und wieso ist du nicht ausgestiegen?

    Weil ich an die Pflanze glaube. Hanf ist das einzige nachhaltige Ackerbaugewächs. Und Bambus. Aber der wächst hier nicht so schön. Und wenn es mir nur ums Geld ginge, hätte ich kein Cannabis Museum eröffnet. Oder hier auf dem Oudezijds Voorburgwal die Stiftung Cannabis College finanziert; ein Informationspunkt wo Touristen sich gratis über Cannabis informieren können.

    Aber 30 Millionen Euro Verlust ist schon eine sehr extreme Form  der Philanthropie.
     Ich habe ja zum Glück auch mehr als genug verdient. Wir sind jetzt der größte Produzent von CBD- Öl in Europa, damit setzen wir rund 6 Millionen Euro im Jahr um. Und der Verkauf von Cannabissamen läuft wie auf Schienen. Wir haben rund 500 verschiedene Samen in unserem Angebot, darunter ein paar wirklich besondere.

    Was muß ich mir unter besonderen Samen vorstellen?

    Es gibt sehr viele unterschiedliche Sorten Cannabis, jede hat ihre eigene Genetik mit einzigartigen Eigenschaften. SensiSeeds hat dutzende Skunksorten die man bereits ab 14 Euro kaufen kann. Aber für 10 Samen Jack Herer, unsere wohl beste Pflanze, zahlst du 165 Euro. Wir verkaufen hier in unseren Shops und im Internethandel etwa eine halbe Million Päckchen Samen im Jahr. Rechne mal aus wieviel wir etwa umsetzen.

    Und das ist alles Legal?

    Ja und ich bezahle ordentlich Steuern dafür. Als ich 1985 anfing, habe ich einen teuren Anwalt beschäftigt, der sich mit dem Gesetz (Opiumwet) auskannte. Es schien, das das Verkaufen von Samen erlaubt ist. Also habe ich alles ordentlich beim Landwirtschaftsministerium und bei der Polizei angemeldet.

    Du verkaufst Samen auch ins Ausland.

    Wir versenden die Samen nur in Länder wo es erlaubt ist, im Schengenraum.

     

    Jetzt sitzt du fast ein halbes Jahrhundert im Hanfgeschäft, hast in Rotterdam Hasch verkauft, besitzt mehrere Coffeeshops: Du mußt doch zwangsläufig mit Kriminellen aneinander geraten sein.

    Die Leute die in den 70ern/80ern in einer Dachkammer Gras angebaut haben, waren keine kriminellen. Das waren Jungs mit grünen Fingern. Erst hatten sie lange Finger: es waren Fahrraddiebe, Einbrecher, Gauner. Die wirklich großen Burschen tauchten doch erst viel später auf.

    Aber du hattest auch in DEN Tagen Coffeeshops, in den Tagen von Klaas Bruinsma.
    Ja. Macht mich das zu einem kriminellen? Oder macht das alle Niederländischen Blower die geschmuggeltes Hasch geraucht haben zu kriminellen?

     

    Du hast dich immer am Gesetz gerieben/gescheuert

    Gescheuert? Nein ich wurde dagegen gesteuert, durch das Gesetz und die Obrigkeit solltest du sagen. Schreib das mal auf, das gefällt mir. Gesteuert, nicht gescheuert. (Schlecht zu übersetzendes Wortspiel)

    Trotzdem bekamst du es mit denen zu tun – ob du wolltest oder nicht.

    Durch die absurde Gesetzgebung wurdest du als ehrlicher Coffeeshopbesitzer doch in Richtung Kriminalität getrieben. Siehe doch den Coffeeshop in Terneuzen, den Checkpoint. Jetzt ist er geschlossen, aber er war mal der größte CS in Europa. Die hatten einen Umsatz von 25 Mio. Euro, die Gemeinde hat extra einen großen Parkplatz angelegt. Wie hat so ein Shop eingekauft? Weißt du was die Bauern in Afghanistan an einem Kilo Hasch verdienen? 100 Euro. Dasselbe Kilo bringt hier 16.000 Euro ein. Wäre es nicht schön wenn man den kriminellen Zwischenhandel ausschalten könnte und dem Bauern eine ehrliche Bezahlung zukommen würde? Und von dem Geld Schulen und Krankenhäuser gebaut werden könnten?

    Du wohnst in Malaysia. Warum?

    Warum sind die Bananen krumm?

    Was?

    „Haha, ich sah die Bananen da liegen, deshalb. Sorry, was wolltest du wissen?

    Warum du in Malaysia wohnst?

    Weil es dort herrlich ist. Schönes Wetter, nette Menschen. Eine gemütliche Atmosphäre. Für mich ist Borneo ein Paradies, erst recht seit ich pensioniert bin.

    Aber du arbeitest doch immer noch.

    Ich habe noch die Aufsicht im Betrieb aber die Tagesgeschäfte liegen in der Hand des Managements.

    Du  machst auf mich nicht den Eindruck jemand zu sein der entspannt das Heft aus der Hand gibt.

     

    Wie kommst du da drauf?

     

    Du hast mir jetzt sicher vier mal gesagt was ich aufschreiben soll.

    Das ist nur deswegen weil ich in den Medien soviel Unsinn lese.


    Vielleicht ist es etwas früh, du bist erst 69, aber wenn du zurückblickst auf dein Leben mit Hanf, was siehst du da?

    Jesus, da fragst du mich aber was. Die Pflanze hat mir soviel gebracht. Sie hat mich mit so vielen fantastischen Menschen zusammengeführt. Dries van Agt zum Beispiel, ein wirklicher Vorreiter der Legalisierung. Oder Hedy d’Ancona, die vor 6 Jahren noch das Museum eröffnet hat. Und Sir Richard Branson der bei der Eröffnung des Hanfmuseums in Barcelona zu Gast war. Dann finde ich es schön, das wir in unserer Saatbank Sorten haben, die sonst nicht mehr existieren würden. Und das medizinische Gras, welches aus unseren Samen gezüchtet wird. Sowie die Sammlung der zwei Museen, die wirklich einzigartig ist. Aber ich schaue nicht oft zurück auf mein Leben, ich schaue lieber in die Zukunft.

    Dries van Agt (links) auf dem CBD Amsterdam 2016

    Worauf bist du am meisten Stolz?

    Auf meine sechs Kinder. Die sind alle, auf die eine oder andere Art, im Betrieb tätig und verbreiten dieselben Visionen mit denen ich vor 30 Jahren in das Geschäft gestartet bin. Sie spielen alle eine Rolle im Betrieb. Es ist nicht immer einfach einen Betrieb zu übergeben und erst recht nicht einen Betrieb der so rasant wächst wie wir es nun tun. Manchmal komme ich aus Malaysia hierher um noch Sachen zu regeln, aber ich bin kein Chef der ständig alles kontrolliert. Weißt du was ich jetzt schön finde? Letztens hatten wir ein Betriebsfest, da habe ich eine Rede gehalten. Da standen mir mehr als hundert Arbeiter, Menschen aus so vielen verschiedenen Ländern gegenüber, es ist wie der Garten der vier Windrichtungen. Und alle diese Menschen sind durch diese eine Pflanze miteinander verbunden. Das ist doch wunderbar.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Klaas_Bruinsma
    https://www.parool.nl/amsterdam/-hennep-is-het-gewas-dat-de-mensheid-gaat-redden~a4603007/

     

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